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Buenos Aires
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Anreise
Die Anreise nach Buenos Aires - BsAs - war wohl der längste Tag in meinem Leben - ich hab nämlich diese ominöse Internationale Datumslinie überquert - tut man dies, fängt der selbe Tag von Neuem an. Ich flog um circa 17 Uhr von Auckland ab und kam um 13 Uhr (jeweils Lokalzeit) des selben Tages in Santiago de Chile an, in BsAs landete ich um 17 Uhr. Der erste Flug dauerte circa 10 Stunden, nach Adam Riese: 17h+10h+11h-1h (Zeitverschiebung zwischen Chile und Argentinien) = 37 Stunden. Nicht schlecht, oder? :-) War ich in Neuseeland der Schweizer Zeit noch 10 Stunden voraus, hinke ich nun 5 Stunden hintennach.
Auf jeden Fall war ich nun in diesem BsAs. Ich dachte da würde in der Ankunftshalle jemand stehen mit einem Zettel in der Hand mit meinem Namen drauf - Fehlanzeige. Ich setzte mich hin und schaute in meinen Unterlagen nach. Auf dem Zettel meiner Sprachschule stand geschrieben ich solle in jenem Dokument, mit dem ich die Adresse meiner Gastfamilie erhalten hätte, (dieses Dokument notabene hab ich nach einem Anruf in der Schweiz zwei Tage vor meiner Anreise erst erhalten...) nachschauen welches Taxiunternehmen mich zur Gastfamilie bringen würde. Da stand aber nix dergleichen - bereits der zweite Schalter hatte dann eine Reservation auf meinen Namen lautend - los ging die Fahrt, mitten ins Herz von BsAs. - Ich solle an der Adresse, wo das Taxi mich ausladen würde, in den fünften Stock gehen, hat man mir noch nachgerufen. Gesagt, getan. Doch: da war nix und niemand. Auf den Türen (und auch auf den Schildern unten beim Eingang) standen keine Namen. Was tun? Portier fragen, genau. Der konnte aber leider keine Sprache der ich auch mächtig gewesen wäre. Er gab mir aber zu verstehen dass ich weder an der mir angegebenen Adresse meiner Gastfamilie sei noch an der der Schule. Zum Glück hatte ich vorher KEIN Geld bezogen oder gewechselt, ein Taxi kam also nicht in Frage. Also zu Fuss - sei nur circa 15 Minuten von hier, die Adresse die man mir als jene meiner Gastfamilie angegeben hatte.
Es war etwas weiter und es regnete, ich kam ziemlich durchnässt an jener Adresse an und beauftragte den Portier die Leute über meine Ankunft zu informieren, was dann der auch pflichtbewusst tat. Nach etwa 10 Minuten tauchten zwei US Girls auf und fragten mich erstmal aus was ich den hier wolle - nahmen mich dann freundlicherweise aber mit nachdem ich erklärt hatte wie mir geschehen. In der Wohnung angekommen waren da nochmals 2 US Girls und ein Argentino in Shorts. Er gab mir zu verstehen dass er der Sohn der Gastmutter sei (sie sei über das Wochenende auf dem Lande) und er aber nicht so ganz wisse warum ich den hier sei - man habe gesagt ich würde nicht kommen. Er klärte dann aber einiges ab und man schickte mir ein neues Taxi, welches mich wieder an meine erste Adresse zurückfuhr - dieses mal wurde ich dann aber erwartet :-)
Anscheinend hat man meine Gastfamilie ausgetauscht :-) Ich weiss nicht wer hier gepatzt hat, werde der Sache aber mal noch nachgehen, so ich mal Zeit und Lust dazu hab.
Gastfamilie
Die vier Wochen in BsAs lebte ich bei einer Gastfamilie - eine völlig neue Erfahrung für mich. Ich wollte aber auf Nummer sicher gehen dass ich auch ausserhalb der Schulwände etwas an meinen Sprachkenntnissen würde feilen können, was mir, so denke ich, dadurch einigermassen gelungen ist. Am Tag der Ankunft schon - ich brachte kaum ein Wort über die Lippen - sagte mir Martha, meine Gastmutter, "keine Angst, nach diesen vier Wochen wirst du einiges mehr können als heute, dafür werde ich sorgen, ich schwatze nämlich gerne und viel". So war es den auch, am Esstisch und auch sonst fiel immer wieder mal ein kurzes Schwätzchen an, vor allem Martha gab sich iel Mühe langsam und deutlich zu sprechen, etwas weniger dafür Roberto, mein Gastvater. Er, etwas über achzig Jahre (deutlich älter als Martha, sie etwa sechzig) und pensionierter Ingenieur, sprach derweilen gerne etwas schnell und undeutlich. "Wie der Vater, so der Sohn", auch er, Damian, Mitte dreissig, jeweils etwas hastig und buchstabenschluckend - vielleicht auch extra um nachher auf Englisch wechseln zu können um seinerseits etwas an den Sprachkenntnissen zu feilen? ;-)
Die Familie hat noch zwei weitere Kinder - einen jüngeren Sohn, Herman, (anfang dreissig) der in Spanien lebt und eine ebenfalls um die dreissig Jahre alte Tochter, Maria, die in Irland lebt. Damian ist zum zweiten Mal verheiratet und hat eine neun Jahre alte Tochter aus der ersten Ehe. Immer am Wochenende kommt seine Tochter zu ihm auf Besuch, zusammen mit ihr kommt er jeweils vorbei um gemeinsam mit den "Abuelos" zu Mittag zu essen - und, scheinbar war ich nicht der erste, am Samstag abend mit den Gästen im Hause der Eltern in den Ausgang zu gehen und ihnen das Nachleben BsAs' näher zu bringen - da liess ich mich natürlich nicht zweimal bitten :-)
In der Wohnung meiner Gastfamilie hat es neben dem Zimmer, in dem ich über die vier Wochen gewohnt habe, noch ein weiteres Zimmer dass untervermietet wird. Als ich ankam wohnte da eine ältere Dame aus Spanien, die ich während der 3-4 Tage, an denen sie noch dort wohnte, genau einmal sah. Danach stand jenes Zimmer eineinhalb Wochen leer bis ein Südkoreaner, Jin Kyu, dort einzog und das WM Gruppenspiel Schweiz-Südkorea für zusätzlichen WM Gesprächsstoff in der Familie und bei den Portiers unten am Eingang sorgte ;-) Dank seinen eher bescheidenen Englisch Kenntnissen (in Aussprache und Verständnis) war unser gemeinsamer Nenner Spanisch, wodurch ich mit ihm zu weiteren Spanisch Übungsstunden kam - auf dem Schulweg (er besuchte die selbe Schule wie ich) oder während einem der doch einigen "Quilmes" die wir zusammen genossen, sei es unten an der "Esquina" oder in einer der vielen Bars der Stadt. ;-)
Die Stadt
Vorneweg: ich habe so ziemlich im Zentrum der Stadt gewohnt, in unmittelbarer Nähe des sogenannten "Microcentro". In diesem Gebiet trifft man mehr oder weniger alle Sehenswürdigkeiten wie das "Teatro Colón", die "Plaza de Mayo", "Puerto Madero", die mit 140 Metern "breiteste Strasse der Welt", die "Avenida 9 de Julio" mit dem "Obelisco", den Congreso und den "Broadway Buenos Aires'", die "Avenida Corrientes", um nur einige zu nennen, an - und dies alles in komfortabler Gehdistanz. Ich bin mir sicher dass ich nicht der Erste bin der sich frägt warum nur diese Stadt diesen klingenden Namen trägt - treffender wäre wohl "Males Aires". Der erste Stadtgründer "Pedro de Mendoza" gab der Stadt 1516 diesen Namen da "gute Lüfte" ihn in die Bucht des "Rio Plata" (mit 45km Breite der "breiteste Fluss der Welt") getrieben haben. Genau diese guten Lüfte ermöglichen der Stadt noch heute verhältnismässig stahlblaue Tage - ansonsten würde sie wohl wie andere Städte dieser Welt am eigenen Smog zu ersticken drohen.
Unglaublich was sich für Blechlawinen durch die Häuserschluchten des Zentrums der "europäischsten Stadt Südamerikas" drängen - nur an den Wochenende ebbt das Leben im Zentrum etwas ab und verlagert sich an die Peripherie. Bei den Avenidas handelt es sich um vier bis sechsspurige (Ausnahme: 9 de Julio...) Einbahnstrassen die senkrecht zueinander liegen und jeweils circa 4x8 Strassenblocks umschliessen. Diese werden mit circa dreispurigen Strassen "durchblutet", auch mit nur einer Fahrtrichtung welche mit jeder nächsten Parallelstrasse wechselt. Daraus resultiert eine Art riesiges Schachbrett - dies und die strikte Einhaltung der Regel dass pro Block immer hundert Hausnummern vorhanden sind (die in Parallelstrassen immer den gleichen Bereich abdecken) machen die Orientierung sehr einfach. Geschickt geschaltete Lichtsignale erlauben den Autofahrern ein Reiten auf einer grünen Welle welche - wenn man sie erwischt - einem ein sehr rasches Vorwärtskommen ermöglichen. Dank der Einbahnregelungen gelten für die Fussgänger die selben Intervalle und damit grosszügige Grünphasen und ebenfalls ein rasches Vorwärtskommen - nur die Trottoirs dürften manchmal etwas breiter, ebener und weniger glitschig sein.
In unmittelbarer Nähe des Mikrozentrums liegen die Stadtviertel mit den klingenden Namen "Palermo", "San Telmo" oder "La Boca". Vom Stadtzentrum aus in diese "Barrios" nimmt die durchschnittliche Anzahl der Geschosse der Häuser stetig von circa zehn bis fünfzehn auf etwa drei ab. Diese bilden mit weiteren Stadtvierteln die eigentliche Stadt BsAs, die "Capital Federal" mit ihren circa drei Millionen Einwohnern. Über die Grenze der Capital hinaus dehnt sich das sogenannte "Grande Buenos Aires" übergangslos ins Hinterland aus und beherbergt mit allen Vororten circa zwölf Millionen Einwohner, ein Drittel der Bevölkerung Argentiniens. Auch die Provinz um BsAs trägt den Namen der Stadt. Weitere Zahlen gefällig? Insgesamt gibt es circa 100'000 Strassenblocks die 4000km2 bedecken und bis circa siebzig Kilometer ins Land ausfallen. Täglich brausen 15'000 Busse durch die Strassen, pro Tag werden 20 Millionen Tickets des ÖV gelöst. Pro Tag erscheinen circa zwölf Zeitungen mit bis zu 150 Seiten starken Ausgaben (mit viiielen Kleinanzeigen!).
Und wie lebt es sich nun in dieser Monsterstadt? Wie eingangs erwähnt habe ich im Zentrum gewohnt, im fünften Stock eines dreizehn Stockwerke hohen Wohnhauses. Unglücklicherweise war mein Zimmer auf die Seite der ausgesprochen belebten Avenida Callao ausgerichtet, welche sich just nebenan mit der nicht minder aktiven Avenida Corrientes kreuzte - die Lärmkulisse war also (rund um die Uhr) entsprechend hoch. Hohe Fassaden (der kleine Balkon daher meist im Schatten), nackter Asphalt (keine Bäume) und schlechte Fenster trugen ihr ihriges zu unruhigen Nächten bei - kurzum, die Lebensqualität im Zentrum ist eher schlecht. Auch ist das Zentrum - zumindest tagsüber - nicht gerade ein Blickfang (man möge mir verzeihen). Ausser man liebt ein wirres Durcheinander verschiedenster Baustile mehr oder weniger vergangener Epochen, Blütezeiten und diverser "Dürrephasen" welche ihre nüchternen, verspielten, gläsernen und sandsteinernen Zeitzeugen hinterlassen haben. Liebhaber der Aveniden eines Paris oder Prags (zu denen ich mich zähle) kommen in BsAs weniger auf Ihre Kosten. Nichts desto trotz haben die Bilder dieser Gebäude unterschiedlichster Ausprägungen, Schulter an Schulter in die Strassenblocks gepfercht, ihren Reiz, nicht aber die Anmut und niemals den Charme einer europäischen Altstadt. Nachts, sobald die Fassaden ins Dunkel und die Strassen ins Licht gerückt, gefällt mir das Zentrum besser - endlos viel Futter für schaurig schöne Langzeitbelichtungen! |  Callao 463
 Blick aus Fenster
 Im Colón
 Cementerio de Recoleta |
Links: 9 de Julio, breiteste Strasse der Welt, Rechts: El Obelisco
Auch wenn das Zentrum im Meer eben dieser wirren Strassenblocks mit vergleichweise wenigen architektonischen Meisterwerken (dafür wahren Perlen die von besten Zeiten zeugen!) auskommen muss, hat das Erkunden der Innenstadt selbstverständlichn seinen Reiz, hat man sich erstmal ans Bild der Stadt gewöhnt. Lässt man den Blick nicht höher als maximal zwei Stockwerke schweifen (was sich sowieso empfiehlt, möchte man nicht in einen der vielen Hundekote trampeln), wird man von der riesigen Anzahl kleiner und grosser, mehr oder weniger farbigen Kiosks, Läden, Bars, Büchereien, Handwerkerstuben, Panaderien, Locutorios und anderen Angeboten zum Schwelgen, Schlendern, Einkaufen und Rasten eingeladen. Die an das Zentrum grenzenden Quartiere unterscheiden sich vom diesem sehr stark, langgezogene Alleen und breite Trottoire machen diese Gegenden zu idyllischen und ruhigen Wohnquartieren mit nahen Grünanlagen und Parks als Naherholungsgebiete. Unter den wesentlich kleineren Gebäuden warten viele Perlen darauf vom Betrachter entdeckt zu werden!
Alles in allem sei diese Stadt allen Besuchern äusserst empfohlen, eben gerade diese Mischung allen Erdenklichens macht sie zu dem was sie ist: Buenos Aires eben! "Liebe auf den ersten Blick" ist mit dieser Stadt wohl weniger die Regel, diese Stadt will entdeckt und ins Herz geschlossen werden.
Links: Plaza de Mayo, Rechts: Puerto Madero
Schule
Mit meiner Schule "ECELA" (Escuelas y Centres Español en Latin America, www.ecela.com) bin ich im Grossen und Ganzen sehr zufrieden - dank äusserst engagierten und gut ausgebildeten Lehrern und Kleinklassen (maximal 6 Schüler) war der Lerneffekt sehr gross. Leider wurde nach dem Übertritt ins nächste Niveau (nach dem Passieren einer einfachen Prüfung) relativ viel Stoff wiederholt (sie sagten dem zwar "Vertiefung"), auch schienen mir die Einstufungstests der neuen Schüler (man kann jede Woche an der Schule starten) etwas zu "grobmaschig", die neuen Studenten erwiesen sich manchmal als etwas aufhaltend. Auch wurde dem Austritt aus der Schule etwas wenig Rechnung getragen - ein ganzer Vormittag wurde nämlich der Repetition des durchgenommenen Stoffes im Hinblick auf die Prüfung für den Übertritt ins nächste Niveau, ein weiterer für die Prüfung geopfert. Ich konnte dem aber etwas Gutes abhaben und schlief diese letzten beiden Tage etwas länger :-)
Als äusserst empfehlenswert empfand ich den Einzelunterricht der jeweils nachmittags stattfand, auch hier mit sehr engagierten und gut ausgebildeten Lehrkräften. Den Inhalt der Stunden konnte ich frei wählen - die ersten paar Male verbrachte ich also mit dem Beschreiben von Bildergeschichten (oder mit solchen Versuchen ;-), als das Wichtigste erschien mir das ich etwas zum Sprechen kam. Dies hat sich vorallem anfangs sehr schnell ausbezahlt. Bald kamen neben anderen Sprechaktivitäten auch das Repetieren von Grammatik, das Lesen und Verstehen von Texten und neue, vom Hauptunterricht nicht behandelte Themen, dazu.
Die Schule möchte sich neben ihrer Haupttätigkeit als Bildungsstätte der Spanischen Sprache auch als überaus aktive land- und kulturvermittelnde Institution anerkannt sehen - und organisiert an jedem Wochentag kleinere Aktivitäten. Immer Montags steht ein Besuch eines Stadtviertels auf dem Programm, Dienstags wird ein Konversationsclub abgehalten (über irgend ein Thema), Mittwochs besucht man eine kulturelle Veranstaltung (Tango, Theater etc.) und am Donnerstag wird (aktiv) getanzt. Obwohl ich nicht an vielen solchen Tätigkeiten teilgenommen habe würde ich die Schule auch in dieser Hinsicht weiterempfehlen. Was ich aber meiden würde: die Wochenendreisen nach Mendoza, Iguazu oder sonstwohin. Mein Tipp: auf eigene Faust - die Reisen waren nämlich jeweils etwas überteuert, das Wissen und Engagement der Guides etwas dürftig und Transport und Unterkunft am untern Limit. Zur Entlastung der Schule möchte ich anfügen dass die Schule diese Reisen über eine Drittfirma anbietet, für den Inhalt und die Organisation also nicht direkt verantwortlich ist.
Wochenende in Mendoza
Nach zwei Wochen in Buenos Aires, Halbzeit, liess ich mich von der immer aktiven und begeisterten Verkaufsmannschaft der der Schule nahestenden Reisefirma zu einem Ausflug nach Mendoza, Weinhauptstadt am Fusse der Anden, überzeugen. Da der darauffolgende Montag ein Feiertag war stand uns ein verlängertes Wochenende zur Verfügung, was für dieses Vorhaben von Vorteil ist - mit dem von uns gewählten Reisemittel "Micro" (Überlandbus) benötigt man für die circa 1000km etwa dreizehn Stunden. So blieben uns zwei Nächte in Mendoza, was sich äusserst gelohnt hat.
Am Tage der Ankunft standen neben einem kleinen Stadtrundgang noch die Besichtigungen zweier Bodegas auf dem Programm, Degustation jeweils inklusive. Die Weine haben vorzüglich geschmeckt, ich habe mir fest vorgenommen in Zukunft öfters mal einen guten Tropfen zu trinken!
Für den Sonntag haben wir (ich, eine Schweizerin, ein Amerikaner und eine Kanadierin) uns für einen Ausflug (ich korrigiere: Ausfahrt) in die Anden angemeldet. Auf dem Programm standen den auch Leckerbissen wie eine kleine Kopie des "Cerro de los siete colores", "Puenta del Inca" und mit dem Aconcagua und seinen stolzen 6962m der höchste Berg der westlichen Hemisphäre! Selbstverständlich muss man für so einen Ausflug früh aus den Federn - schon um halb acht mussten wir deshalb bereitstehen um abgeholt zu werden. Zweieinhalb Stunden später kam das Taxi den auch schon - ein normaler PW mit dem aufgeweckten Jorge am Steuer. Der eigentlich Bus sei kaputt gegangen, darum hätte man ihn aufgeboten, es tue im leid dass er nicht habe früher kommen können. Schade! Den diese Zeit wäre wohl dafür eingerechnet gewesen bei den erwähnten Sehenswürdigkeiten nicht nur daran vorbeizurasen, sondern anzuhalten, auszusteigen und Fötelis zu machen. Zum Glück kann ich mit meiner Kamera Ultrakurzzeitbelichtungen machen, vielleicht hats ein paar gute Schnappschüsse drunter. Auch der Fahrstil von Jorge war nicht nach unserm Geschmack - ruppig, nah auffahren, riskante Überholmanöver und überhöhte Geschwindigkeit auf den Passstrassen in Richtung Chile - teils entlang am ehemaligen Trassee der früheren Transandinen Eisenbahn. In den Tunnels hat ers genossen das Fenster herunterzukurbeln und rauszuschreien oder zu hupen um sich am Echo zu erheitern, die überholten ("erlegten") Lastwagen liess er mit einem freundlichen Gehupe im Rückspiegel verschwinden. Schade war auch dass er von der Gegend nicht sehr viel zu erzählen wusste, die Existenz des Weltnaturerbes "Puente del Inca" im gleichnamigen Dörfchen hat er auch nach mehrmaligem Nachhaken meinerseits bestritten... Wie dem auch sei, der Tag war trotz allem die 60 Pesos wert, das Zmittagessen auf 3200m, umgeben von hohen Bergen (darunter eben dieser Aconcagua, leider in Wolken gehüllt) eindrücklich. Mit einem Prachtsexemplar eines freundlichen Bernhardiners haben wir sogar noch etwas Heimat angetroffen. | 
 Am Degustieren |
Am Montag standen neben dem Pflichtprogramm für uns beiden Schweizer (WM Spiel Schweiz - Togo) ein "Asado" und abermals Wein auf dem Programm. Ein Tag zum Geniessen! Etwas ausserhalb der Stadt in der Gartenanlage eines nobleren, familiären Hotels mit Pool wurde für uns grilliert und Wein serviert. Herrlich! Das Sahnehäubchen: Rückenmassage am Nachmittag - ideal auch um die Rückfahrt nach BsAs besser wegzustecken. Immerhin hatten wir einen Bus der Buchungsklasse "Semicama" - die Grösse der Sitze in so einem Car kann man wohl mit jenen der Business Klasse eines Fliegers vergleichen. Auch werden einem Znacht und Zmorge serviert. - Für die Weiterreise nach Iguazu aber haben Marco und ich uns erstmal für einen Flug entschieden, man gönnt sich ja sonst nix :-) Und wenns dann mal ein Bus sein soll, dann sicher einer der höchsten Buchungsklasse!
 Links: Im Weinkeller der Bodega Norton, Rechts: Farbiger Cerro
Hilar Lütolf, Salta, 14.7.2006 | Permalink
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