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Neuseeland
Themen: adventures, auckland, backpacker, china, christchurch, connections, foxglacier, kiwi, maoris, mountcook, nelson, neuseeland, paintball, queenstown, riverrafting, rotorua, rotterdam, safari, skydiven, skytower, swasiland, sydney, taupo, timeout, wellington, wien
Nun ist auch diese Etappe Vergangenheit, nach knapp zweieinhalb Wochen in "Aotearoa" (Land der langen weissen Wolke - Zweifel vorbehalten) steht nun der grösste Abschnitt meiner "Rundreise" an: Südamerika. Erst aber möcht ich hier niederschreiben was ich in Neuseeland alles so erlebt hab :-)
Einreise
Ich bin mir vom Einreisen in fremde Länder einiges gewöhnt - da wäre z.B. das Ja-Nicht-Hinschauen-Sonst-Böse-Angucken in China. Oder das Leck-Mich-Am-Arsch Gesicht (Sorry...) des Beamten in Swasiland (auf einem lottrigen Stuhl unter einem etwas vergilbten Foto des dortigen Königs, neben einer Schüssel Gratiskondome). Auch Australien hat einiges an Zeit und Nerven gekostet. Aber Neuseeland ist nun Träger der Bestnote - immerhin kündigten sie das auf den im Flugzeug verteilten Formularen schon mal (nicht ganz ohne Stolz) an. Start der Zeremonie war bereits in Hong Kong: die wollten beim Einchecken mein Retourticket sehen - sei eine Vorschrift. Das Formular selbst ist nix besonderes (ausser der Androhung drastischer Geldbussen oder gar Kittchen bei Falschangaben). Nach dem Fassen des Gepäcks dann aber der Höhepunkt: man bittet mich zum Interview! Wo ich herkomme, wann ich wieder gehe, Retourticket (nochmals) zeigen bitte! Was ich den so tue daheim, was ich in Neuseeland zu tun beabsichtige, ob ich Drogen konsumiere, Rumschnüffeln im Pass (ah, Sie waren in Südafrika). Hab mich fast zu einer Bemerkung hinreissen lassen, hab diese aber mit einem Lächeln geschluckt, man möcht ja nicht negativ auffallen. Immerhin haben sie keinen Drogenhund auf mein Gepäck losgelassen. - Ich finds ja OK wenn man eine Auge auf die Personen wirft die ins Land wollen, die Kiwis aber übertreibens in meinen Augen nun wirklich ein wenig.
Auckland, 18. Mai bis 21. Mai
Nachdem mich der Shuttle Bus, vom Flughafen kommend, vor meinem Hotel abgesetzt hat ("24 bugs, mate") und ich mein Zimmer bezogen hatte, machte ich mich gleich auf den ersten Rundgang durch Auckland. Die Stadt kam mir - nach Hong Kong und Peking - äusserst beschaulich, friedlich und gemächlich vor. Obwohl Auckland mit rund 1.3 Millionen Einwohnern immerhin die mit Abstand grösste Stadt Neuseelands ist und als solche einen guten Viertel der gesamten Bevölkerung beherbergt. Ist mir aber irgendwie recht, ich freue mich auf ein paar ruhige Tage in der "City of Sails".
So ziemlich als Erstes hab ich mich erkundigt wo es den um die Ecke einen Laundry Service gebe - eine banale Frage an und für sich. Nicht aber wenn man in einem dieser Backpacker untergebracht ist, da scheinen sich die Angestellten mehr um des Kunden Geldbeutel zu kümmern als es der Kunde selbst tut - in meinem Fall zumindest. Sie sagten mir nämlich ich solle doch die Waschmaschine im Haus benützen, das koste nur 3 Dollars, Waschpulver gäbe es für einen weiteren Dollar. Ich bestand aber auf meinem Laundry Service und kriegte den auch gleich 2 Türen weiter - für doch nicht minder günstige 10 Dollars, inklusive Trocknen und zusammenlegen! Egal - die folgende Begegnung war ebenfalls amüsant, ich wollte einen Tagesausflug buchen. So machte ich mich zum nächsten Reisebüro auf und erkundigte mich nach den Angeboten. Da war z.B. ein Segeltärn mit einer der Yachten des America's Cup (ja, jene). Und da kam das Fettnäpfchen auch schon - der Guy hinterm Tresen meinte nämlich dass diese aber nur ausliefen sofern das Wetter es zuliesse - da sonst der Mast in die Brüche gehen könnte. Er wunderte sich wohl warum dieser Tourist bei diesem mässig lustigen Witz breiter gegrinst hat als er selbst - bis ich ihm dann meine Staatsangehörigkeit preisgeben musste, um meine "Dolphin and Whale Safari" zu buchen. :-) |  Hier hats Futter |
Die Safari war nicht schlecht - vorneweg: wir haben keine Wale gesehen, dafür ein paar Delfine die sich um die beiden Buge unseres Katamarans räckelten. - Hätten wir weder Delphine noch Wale gesehen, hätten wir 50% Rabatt gekriegt - auf die nächste Ausfahrt. Meiner Meinung nach hätten die Ausgucker auf dem Boot etwas inniger Ausschau halten können, immerhin fanden sie Zeit um von den Vorzügen Neuseelands zu schwärmen (gegenüber den Nachteilen von England), was die englischen Touristen mit der Zeit etwas nervte. Nach der Rückkehr in den Hafen (Anlegeplatz gleich neben den America's Cup Yachten) genoss ich noch ein "Steinlager" ("Lion Red" find ich besser) in einem der vielen Cafés und Bars im Hafengelände von Auckland, ehe ich mich zurück zum Hotel begab.
Am zweiten Tag stand der Stadtrundgang auf dem Programm. Ich begab mich zu Fuss zum "Auckland Domain", dem von meinem (Reise-)Führer vorgeschlagenen Startpunkt des Spaziergangs. Ausser der etwas morbiden Stimmung im alten Friedhof in der Nähe der Spitäler Aucklands gibt es eigentlich keine weiteren Höhepunkte zu nennen: Grabsteine (windschief) ragen aus dem mit Gras überwucherten und mit grossen Bäumen versetzten Boden des Parks. Die Steine sind mit Moos überwachsen, der Lärm der nahen Strasse scheint fern, die Brücke quer durch den Friedhof stört nicht - im Gegenteil, sie verleiht dem Gelände wohl noch das "gewisse Etwas"... Weiter unten im "Central Business District" erklimme ich den Skytower. Zum Glück, eigentlich wollte ich mir diesen für Sonntag vom Mund wegsparen, der war nämlich im Programm meiner Rundreise angekündigt. Doch glücklicherweise tat ich das nicht (das Wegsparen) - das Programm für meine Reise stimmte nämlich nicht ganz, dank einem Copy-Paste Fehler im Programm hatte ich anstelle meines eigentlichen ersten Tages (ohne Skytower) den dritten Tag der etwas längeren, früher beginnenden Rundreise (mit Skytower) mit drin... Wie auch immer, nun stand ich oben - beim Rundgang auf dem Observation Deck der übliche Vergleich mit anderen Türmen dieser Erde (mit kleineren, natürlich). Lustigerweise misst sich Auckland in der hauseigenen Broschüre ausschliesslich mit Towern die ich alle bereits einmal bestiegen hab: Wien, Rotterdam und Sydney :-)
Rotorua, 21. Mai bis 22. Mai
An diesem Sonntag folgte der Startschuss zu meiner Rundreise durch Neuseeland - in einem Bus von "Connections Adventures" - "Adventure Holiday for young people". Klingt gut, nicht? Wars den auch, alles aufgestellte Leute (wenn die meisten etwas jünger, ich werde alt...). Kannte ich beim Besteigen des Buses noch niemanden, fiel der Abschied am Schluss der Tour schwer.
Das erste Ziel des Buses war Rotorua, eine Kleinstadt ca. 200km südlich von Auckland. Man warnte uns vor: hier habe es viele heisse Quellen und - sehr interessant - heisse Moorlöcher. Diese würden der Stadt eine gewisse Note verleihen. Volltreffer: auf dem Parkplatz vor dem 7x24h (!!!) Supermarkt, zwecks Einkauf (Bier, Wein, Spirituosen und Knabbereien) aus dem Bus gescheucht, machte sich der Duft umgehend bermerkbar - durchdringend und allgegenwärtig. Nach der ersten Nacht aber hat man sich daran gewöhnt :-) Speziell für Rotorua ist im Besonderen dass praktisch jedes Zimmer jedes Motels über einen eigenen Pool verfügt - der mit frischem, heissen Quellwasser gefüllt wird! Also nichts wie hin, Fernseher platzieren, Bad einlassen, Bier kaltstellen und Badehosen montieren, super!
Da wir in Rotorua zwei Nächte verbrachten, war der Montag reservier für irgendwelche "Activities" - die Kiwis sind für alles zu haben was Spass macht - je verrückter umso besser. Rotorua war mit Zobing (schreibt man das so?), River Rafting und Massagen harmlos im Vergleich mit Queenstown, wo wir gegen Ende der Tour Halt machten. Ich hatte mich für River Rafting angemeldet - und das hat wirklich Spass gemacht! Wie es sich gehört auch hier natürlich ein Höhepunkt: mit sieben Metern soll der eine der Wasserfälle, die wir überquert haben, der höchste kommerziell "bediente" River Rafting Wasserfall sein, weltweit natürlich. |  |
Vor der Weiterreise nach Taupo statteten wir einem Maori Dorf noch einen Besuch ab. Tendenziell meide ich solche Angebote eher - ich finde man weiss nie was die einem - nebst sicher Wahrem - dazugedichtete Sachen, Sahnehäubchen etc. andrehen. Etwas zu kritisch vielleicht. Wie dem auch sei, wir kriegten eine Tanz- und Singeinlage zu sehen (mit u.a. meiner Beteiligung...), man erklärte uns die holzgeschnitzten Skulpturen (die es in allen Souvenirläden zu kaufen gibt) und wurden auch in die Waffen- und Handwerkskunst eingeweiht. Auch noch zu erwähnen: man servierte uns ein Mittagessen, welches mit dem Dampf der heissen Quellen gekocht wurde!
Apropos Essen: Subway. Das ist DIE Alternative zu Burger King und McD, möchte man schnell etwas essen. Da gibt es seeehr gute Sandwiches die nach den Wünschen des Kunden, vor dessen Augen, zusammengestellt werden. Zur Auswahl stehen ein "Footlong" (Sattmacher) und ein "6 Inches" (normales Sandwich). Zuerst wählt man aus den ca. 5 Brotsorten, dann das Fleisch, ob getoastet oder nicht, die Zutaten (Käse, Salat, Essiggurken, Zwiebeln und vieles mehr), die Sauce und am Schluss die Gewürze. Delicious!
Taupo, 23. Mai
Nach dem Besuch des Maoridorfes in Rotorua gings bereits weiter nach Taupo, ca. 100km südlich von Rotorua. Hier war das erste Mal Skydiven vorgesehen - wurde aber leider abgesagt, das Wetter hat uns einen dicken, wässrigen Strich durch die Rechnung gemacht. Den wohl einzigen einigermassen trockenen Abschnitt an diesem Tage nutzten wir um uns ein Bad in einem warmen Bach zu gönnen. Sehr speziell, man sitzt, hätte aber keinen Hund nach draussen gejagt, in der freien Natur in fast heissem Wasser, man schwitzt sogar. Weiter unten fliesst eben dieser heisse Bach in einen grossen, kalten Fluss. In der ganzen Umgebung um den heissen Bach dampft es aus den Gebüschen und Hecken.
Wellington, 24. Mai
Auf dem Weg nach Wellingtion liessen wir als Erstes den Regen hinter uns, damit die überfluteten Weiden mit Kühen und Schafen die, zusammengepfercht auf den trockenen Fleckchen, etwas sonnigeren Zeiten entgegenharrten. Nachdem ich von Auckland etwas enttäuscht war, liess mich der Gedanke an eine weniger als halb so grosse Stadt nicht wirklich Grosses erhoffen. Ich wurde aber positiv überrascht, Wellington gefällt mir sehr gut, das Zentrum ist weitläufig und freundlich gestaltet, die Skyline nicht mit derart grossen Zacken wie Auckland bestückt, irgendwie aber sympatischer. Am Abend stand der erste eigentliche Ausgang mit vorgängigem deftigen Mahl auf dem Programm, für einen Mittwoch konnte sich das Angebot an Bars und die auf den Strassen sich bewegende Nachtschwärmerschaft wirklich sehen lassen! Leider verbrachten wir in Wellington nur eine Nacht, immerhin, für einen kurzen Abstecher auf den Mount Victoria am nächsten Vormittag hats aber noch gereicht. Herrliche Aussicht auf die Stadt, die Bucht und den Flughafen. Wellington werde ich wohl nicht so schnell vergessen! ;-)
Am früheren Nachmittag checkten wir auf dem Interislander, der Fährverbindung zwischen der Nord- und der Sädinsel, ein und genossen eine äusserst ruhige Überfahrt. Ein paar Tage zuvor, so zumindest sagte man uns, hätten bis zu sechs Meter hohe Wellen den Fährbetrieb doch recht eingeschränkt... Egal, wir waren nun auf der Südinsel und begaben uns nach Nelson, wo wir zwei Nächte bleiben würden.
Nelson, 25. Mai bis 26. Mai
Auch in Nelson hätte man eigentlich wieder Skydiven können - ich zog aber einen Tagesausflug in den Abel Tasman National Park vor, ich wollte mir diesen nicht entgehen lassen - das Fallschirmspringen verschob ich nach Queenstown. Das war den auch eine gute Wahl, das Skydiven wurde nämlich abermals abgesagt. Frühmorgens wurde ich abgeholt, mit einem Bus der sich in einem recht bedenklichen Zustand befand... Nicht nur musste der Chauffeur scheinbar bei jedem Gangwechsel äusserst genau zielen (um nicht vom Getriebe zurechtgewiesen zu werden), auch funktionierten weder Sitzplatzbeleuchtung noch -belüftung, welche v.a. bei der Rückfahrt sinnvoll gewesen wären (es war dunkel und es regnete heftig, der Bus beschlug) und - der Gipfel - es tropfte an der einen oder andern Stelle herein. Angekommen am Startort fassten wir (ich und zwei Aussiegirls) unsere Kayaks und fanden uns bald darauf am Strand wieder, wo wir unsere Boote wasserten. Herrlich, wenn auch das Wetter etwas besser hätte sein können - immerhin, es regnete (noch) nicht. Die See war glatt, fast keine Wellen, man konnte einfach etwas paddeln und rumgucken, die Landschaft geniessen. Wir schlenderten so circa 3 Stunden der Küste entlang in den Süden, ehe ich - am Umkehrpunkt angelangt - mein Paddel gegen meine Trekkingschuhe tauschte und den Rückweg unter die Wanderfüsse nahm - die beiden Australierinnen legten auch diesen im Kayak zurück. Die Wanderung war - zu Beginn - nochmals einen Tick ruhiger als das Kayaking. Ich stand in einem üppigen Wald, zwischen den Bäumen Sandstrände und Inseln, eine wunderschäne Küste. Ganz allein, nichts, wirklich nichts war zu hören, herrlich.
Leider setzte bald darauf immer stärker werdender Regen ein, ich musste zwei Gänge höherschalten um mäglichst schnell an den Startort zurück zu gelangen. Ich war dann aber auch so recht durchkühlt, meine Jacke hat sich irgendwann dem Nass ergeben müssen. Nach einer heissen Dusche und ein paar feinen Steaks zurück im Hotel war dann mein Energiehaushalt wieder im Lot, der gemütliche DVD Abend hat sicher auch seines dazu beigetragen ;-) Nach der zweiten Nacht in Nelson stand bereits die Weiterfahrt nach Christchurch, nach Auckland und Wellington die drittgrösste Stadt Neuseelands, auf dem Programm. |  |
Christchurch zum Ersten, 27. Mai
Wir kamen in der "Garden city" erst am späteren Nachmittag an, fär grosse Sprünge war also keine Zeit mehr. Wir (ich, ein Aussie, zwei Schottinen, drei Engländer (2 sie, 1 er), zwei Däninen, eine Ami) entschlossen uns daher für ein kurzes Paintballing in der Dämmerung. War echt witzig, meine erste "Schlacht". Natürlich bin ich es mich gewohnt mit einer Waffe im Anschlag durch einen Wald zu stürmen, nur des Feind's Burg im Visier, ohne Rücksicht auf Verluste - meine RS schien sich das erste Mal (wenn auch nur ein wenig) auszuzahlen ;-). Auch zwei "Kopfschüsse" (die Farbe schmeckt scheusslich) konnten mich nicht von meinen Zielen abhalten - zum Glück hat man ja mehrere Leben :-). Auch die Blutergüsse konnten sich sehen lassen :-).
Die ehemalige Uni
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Was ich nicht verschweigen darf: in unserm Hotel in Christchurch (Camelot, direkt am Cathedral Square!) hatten wir ein LAN Kabel mit Internet Anschluss (das tönt jetzt recht laienhaft, ich weiss) direkt im Zimmer. Und, jawohl, ich hab dieses nie benützt! :-)
Fox Glacier, 28. Mai
Nach einer relativ kurzen Nacht mussten wir bereits wieder unseren Bus besteigen, das erste Mal weckte sich in mir dabei der Verdacht dass wir der Sonne davon - respektive dem Regen nachfahren würden. Bereits ein paar Tage nämlich verliessen wir jeweils schönes Wetter um am Abend in einer verregneten Stadt anzukommen. Auf einem Zwischenhalt kriegte ich übrigens noch ein paar Kiwis (ja, die Vögel) zu Gesicht - einer davon allerdings hatte nur ein Bein. Ich war mir - bis ich einen andern mit deren zwei gesehen hatte, nicht sicher ob das normal ist :-).
"Kulturschock", nach Christchurch war das Supernest Fox Glacier ein deftiger Abstieg, um zwölf Uhr wurden wir energisch aus der letzten Kneipe geschmissen, zuvor - ca. um 22 Uhr - war die eine der beiden andern Bars bereits geschlossen, die dritte im Bunde war am Dichtmachen. So blieb uns keine andere Wahl als auch schlafen zu gehen. Diese Nachtruhemassnahmen gehören wohl mit dazu zum Programm der absolut anstrengenden Megatour die wir am nächsten Tag auf dem Programm stehen hatten. Das grosse Ziel: Fox Glacier besteigen. Tipp an alle Wandervögel: deckt Euch vor Eurer Ankunft in Fox Glacier mit "Stoff" ein, ihr könnt getrost weitertrinken, die Wanderung auf den Gletscher ist nicht viel mehr als ein kleiner Spaziergang, ein Sonntagsausflug zum Seealpsee ist um einiges anstrengender. Um nicht Hinzufallen kriegt man richtige Bergschuhe aus Leder (stark gefettet, mit frisch gewaschenen wollenen Wandersocken) die mit Eisen bestückt werden, der Gehstock wird ebenfalls vom Organisator zur Verfügung gestellt. Wer von dieser Wanderung prahlen mag, der kann dies mit dem für jeden einzelnen Erklimmer ausgestellten Zertifikat tun. Kaum hatten wir diese kostbaren Dokumente unserer rohen Beineskraft sorgfältig eingesteckt, ging die Reise bereits weiter, nach Queenstown, der Hauptstadt der Adventure Touristen...
Queenstown, 29. Mai bis 30. Mai
| Da waren wir nun also, gleich bei der Ankunft gings schon los: noch ehe wir im Hotel unsere Sachen hätten ausladen können, mussten wir zwei der ganz kühnen in unseren Reihen zur Sesselbahn fahren - sie hatten sich für einen Bungee Jump im Dunkel angemeldet... Jedem das seine... Zu den Möglichkeiten in Queenstown: wie wärs zum Beispiel mit einem Bungee Jump mit auf den Rücken gefesselten Händen? Oder - der neueste Schrei - "Fly-by-wire"? Man nehme ein Tal, spanne ein Seil darüber. In der Mitte des durchgespannten Seiles befestige man ein weiteres, freihängendes. Das zweite Seil ist nun wie ein Pendel, darf die Erde nirgends berühren, die Länge (in Metern, Irrtum vorbehalten) ist eine dreistellige. Am unteren Ende des Seiles befestige man nun ein "Gefährt" mit einem properellerartigen Antrieb, wo man sich drauflegen kann. Nun ist man in der Lage - im Rahmen dessen was das Seil hergibt - herumzufliegen! Dann gäbe es noch Bungee fär ganz hartgesottene - man wird kopfüber aufgehängt, nach und nach werden Seile gelöst und durchschnitten bis man fällt - alles schön gruselig inszeniert. Neben diesen "Perlen" kann man in Queenstown natürlich auch die üblichen Verdächtigen Skydiving, Paragliding und River Rafting buchen. Und besonders schön: eine Safari of the Rings, eine Exkursion zu Drehplätzen der Lord of the Rings Trilogie :-). |  Wo sind die Türme? |
Um den vortäglichen Ins-Bett-gescheucht-Schock zu kurieren stürzten wir uns nach dem Nachtessen direkt ins Nachtleben, welches auch in Queenstown recht "ausgewachsen" ist. Etwas Erlebnis Gastronomie durfte auch nicht fehlen: der Besuch in der "Minus 5" Bar. In dieser Bar ist es wirklich so kalt wie der Name es ankündigt: man sitzt auf Stühlen aus Eis, trinkt aus eisigen Bechern und bestaunt eisige Figuren.
Da auch in Queenstown zwei Nächte eingeplant waren, war der Tag dazwischen vollständig irgendwelchen "activities" vorbehalten. Am Morgen - wer mir das wohl glauben mag - genoss ich eine dieser "Safari of the Rings", inklusive 4WD Im-Fluss-Rumrasen und Goldwaschen. Am Nachmittag aber galts ernst: mein Skydive stand auf dem Programm. Kein Zurück mehr, auf 15'000 ft Höhe wurde die Lucke geöffnet, der Tandempilot übernahm den Rest... ;-)
Mittelerde
Da bin ich drauf!
Christchurch zum Zweiten, 31. Mai bis 3. Juni
Nachdem ich die Bustour am Vortag verlassen hatte, musste ich nun irgendwie wieder zurück nach Christchurch - ich hatte da eine Hotelreservation. Ich (und mein Reisebüro) hatten angenommen die 10tägige Tour würde in Christchurch enden, tat sie aber nicht. Ich musste darum kurzfristig (von Fox Glacier aus, immerhin, einen WLAN Access Point hatten sie da) einen Flug von Queenstown nach Christchurch buchen - hat wunderbar geklappt. Der Flug dauerte gut eine Stunde, der Bus (die einzige Alternative) hätte deren 8 benötigt... Eine Nacht meiner Reservation in Christchurch hatte ich nun zwar bezahlt und nicht "eingelöst", ich möchte mich an dieser Stelle aber nicht beklagen :-)
Nun war ich also zurück in Christchurch, neben einem kleinen Stadtrundgang standen auch Wäsche-waschen (Wiederholung jener Story in Auckland...), Coiffeur (etwas "unsymmetrisch", dafür nur 20$) und das "Abwerfen unnötigen Balasts" - ich sandte ein 5kg Paket nach Hause - auf dem Programm. Über Christchurch selbst weiss ich eigentlich nicht viel zu berichten, ausser dass diese Stadt mit dem Hagley Park über eine wirklich sehr schüne Grünanlage verfäüt und die Kathedrale auch ein Besuch wert ist.
Freitags, am letzten Tag in Neuseeland, unternahm ich nochmals einen Tagesausflug - zum Mount Cook. Unglücklicherweise (nicht ganz, sh. weiter unten) hat uns das Wetter an jenem Tag einen dreisten Streich gespielt. War das Wetter nämlich bei der Abfahrt von Christchurch noch perfekt, schlug dieses, nach dem Überqueren eines Passes, schlagartig um. Just die Bergkette von Mount Cook und Mount Tasman war in dichte Wolken gepackt... Auch der Busfahrer konnte leider nichts daran ändern. Der erzählte nicht nur den ganzen Weg (interessante Dinge!), nein, der sang auch ein Lied über einen gewissen Mr. Mc Kenzie - um das Wetter umzustimmen! Nützte leider nichts, das Wetter zeigte uns noch immer seine graue Seite. Dies hielt mich allerdings nicht davon ab einen Scenic Flight - mit versprochener Gletscherlandung - zu buchen. Hätte der Veranstalter vorausgesehen was geschehen wird, hätte dieser den Flug wohl abgesagt. Das Wetter änderte nämlich nochmals zum Schlechteren, eine Gletscherlandung stand nun ausser Frage. Alle die wir an Bord des Pilatus Porter's sassen kriegten wir den gesamten Betrag zurückerstattet - Hut ab! Der Flug war auch ohne die Landung auf dem Gletscher eindrücklich!
Am Tag dieser Busreise (pro Weg immerhin 5h...) fiel mir eines nochmals auf: in Neuseeland existieren extrem viele One-Lane-Bridges. Und "Complaints lines". In fast jedem Taxi, Shuttlebus und anderen dienstleistenden Gewerben gibts prominent platzierte Aufkleber mit Telefonnummern die man anrufen kann, sollte man mit dem Service nicht zufrieden sein. Eigentlich hätt ich mir den Spass erlauben und - extrem auffällig natürlich - eine solche Nummer notieren sollen. :-)
Am Abend - vor meiner Weiterreise nach Buenos Aires am nächsten Tag - stand noch ein letzter Ausgang mit den Kameraden der Busreise auf dem Programm, die waren nun nach zwei weiteren Tagen Rundreise auch wieder in Christchurch angelangt.
Was das wohl wird? Ein "Schweinehund"? :-)
Zurückblickend hat mir Neuseeland äusserst gut gefallen - die Rundreise hat mich an vielen schönen Orten halten lassen, leider war die Zeit etwas knapp. Das war aber auch im Vornherein schon klar, Neuseeland war eigentlich nur als "Zwischenstopp" zwischen China und Südamerika gedacht. Ich möcht an dieser Stelle nicht ausschliessen dass ich eines Tages nochmals nach ganz Down Under fliege und mir dannzumal etwas mehr Zeit nehme für dieses schöne Land!
Hilar Lütolf, Buenos Aires, 12.6.2006 | Permalink
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| Kommentare
Kommentar von krispin am 13.6.2006: Hoi du! Sehr eindrückliche Beschreibungen. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich in Oktober da unten bin. Die Einreise wird hoffentlich nicht so derb ablaufen bei mir, wie bei dir. Also...viel Spass noch! |
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